Manchmal kommt es vor, dass wir aufgrund einer Verletzung oder der Pflegebedürftigkeit eines Familienmitglieds einen Rollstuhl mieten oder kaufen müssen. Wer bereits Erfahrung damit hat, weiß leider nur zu gut, dass man in solchen Situationen oft nicht weiß, wie man am besten vorgeht.
In diesem kurzen Leitfaden möchte ich erklären, wie man einen Rollstuhl richtig einstellen und auswählen kann – unter Berücksichtigung einiger Faktoren, die einen erheblichen Einfluss auf die Lebensqualität der Person haben können, die ihn nutzen wird. Am Ende dieses Artikels erkläre ich außerdem, wie man in Italien einen Rollstuhl über die zuständige ASL (lokale Gesundheitsbehörde) beantragen kann, um Zeit und Kosten zu sparen!
Die eigene Situation einschätzen
Der Markt bietet eine Vielzahl von Rollstuhlmodellen, und obwohl viele davon ähnliche Merkmale aufweisen, ist es nicht immer leicht, den Überblick zu behalten. Um einen Rollstuhl richtig auszuwählen, sollte man zunächst die eigene Situation berücksichtigen. Wenn der Rollstuhl nur für einen begrenzten Zeitraum benötigt wird – etwa nach einer Verletzung, die das normale Gehen vorübergehend verhindert –, ist eine Miete bei einem Sanitäts- oder Orthopädiefachhandel eine kostengünstige Lösung. Wird der Rollstuhl hingegen über einen längeren Zeitraum gebraucht, empfiehlt sich der Kauf oder die Beantragung über die zuständige ASL.
Den geeigneten Rollstuhltyp ermitteln
Grundsätzlich gibt es zwei Haupttypen von Rollstühlen: den Aktivrollstuhl mit Selbstantrieb und den Transportrollstuhl. Ein Rollstuhl mit Selbstantrieb ist ideal für Personen, die sich durch das Drehen der Greifringe an den großen Hinterrädern eigenständig fortbewegen können. Diese Eigenschaft gibt der betroffenen Person Bewegungsfreiheit und Unabhängigkeit – auch wenn Pflegepersonal, Angehörige oder Freunde jederzeit über die Schiebehandgriffe helfen können.
Ein Transportrollstuhl hingegen setzt voraus, dass eine zweite Person schiebt, da die Räder kleiner und ohne Greifringe ausgestattet sind. Dadurch ist dieser Typ in der Regel 8–10 cm schmaler als ein Selbstfahrerrollstuhl und eignet sich besonders gut für beengte Räumlichkeiten. Transportrollstühle sind daher vor allem für sehr betagte Personen oder Menschen mit erheblichen Mobilitätseinschränkungen geeignet, die dauerhaft Unterstützung beim Fahren benötigen.
Die richtige Rollstuhlgröße finden
Bei der Beschaffung eines Rollstuhls ist die Wahl der richtigen Sitzbreite besonders wichtig. Die Sitzflächen von Rollstühlen unterscheiden sich in ihrer Breite erheblich: Eine zu schmale Sitzfläche wäre unbequem oder gar nicht nutzbar, eine zu breite dagegen wenig komfortabel. Wie wählt man also die richtige Rollstuhlgröße?
Erwachsenenmodelle sind in der Regel in Sitzbreiten von 38 cm bis 50 cm erhältlich; für adipöse Patienten gibt es entsprechend breitere Ausführungen. Um die passende Größe zu ermitteln, misst man die Hüftbreite der sitzenden Person – alternativ genügt es, dem Fachhändler Körpergröße und Gewicht mitzuteilen. Die meisten Rollstühle (einschließlich Mietmodelle) sind für ein maximales Körpergewicht von 110 bis 120 kg ausgelegt. Für schwerere Personen gibt es bariatrische Rollstühle, die Traglasten von bis zu 200 kg und Sitzbreiten von 60 cm bieten.
Ausstattung und Zubehör kennen
Es lohnt sich zu wissen, dass ein Rollstuhl mit verschiedenem Zubehör ausgestattet werden kann, das in manchen Fällen unverzichtbar ist, um alltägliche Aufgaben zu bewältigen.
Wird der Rollstuhl beispielsweise aufgrund eines eingegipsten Beins oder einer Orthese benötigt, ist eine Beinstütze (Elevationsaufsatz) notwendig, um das Bein ausgestreckt zu lagern.
Hat der Nutzer größere Schwierigkeiten beim Aufstehen, können hochschwenkbare Armlehnen hilfreich sein: Sie ermöglichen ein seitliches Umsetzen, ohne dass die Person vollständig aufstehen muss.
Muss der Rollstuhl regelmäßig ins Auto verladen oder platzsparend zu Hause aufbewahrt werden, empfiehlt sich ein faltbares Modell mit möglichst leichtem Rahmen. Wenn Sie nicht wissen, wie man einen Rollstuhl zusammenfaltet, lassen Sie sich das im Fachhandel zeigen.
Wird der Rollstuhl über einen längeren Zeitraum genutzt, sollte man Sitzauflagen und Dekubitusschutzpolster in Betracht ziehen, die schmerzhaften Druckgeschwüren vorbeugen, die durch langes Sitzen oder Liegen entstehen können.
Den Rollstuhl mieten
Wenn ein Rollstuhl nur für kurze Zeit benötigt wird, ist eine Miete eine überlegenswerte Option. Das Mieten bietet nämlich zahlreiche Vorteile:
- Die Miete eines Rollstuhls ist deutlich günstiger als der Kauf
- Bei der Miete hat man die Gewissheit, ein qualitativ hochwertiges Hilfsmittel zu erhalten
- Nach Ablauf des Bedarfs wird der Rollstuhl einfach zurückgegeben und nimmt keinen Platz mehr weg
Ein seriöser Anbieter berechnet keine Aufpreise für sinnvolles Zubehör und liefert den Rollstuhl auf Wunsch direkt nach Hause.
Den Kauf eines Rollstuhls in Betracht ziehen
Der Kauf eines Rollstuhls ist die sinnvollere Wahl, wenn dieser langfristig genutzt werden soll. Wer einen Rollstuhl privat erwerben möchte, kann sich an ein Sanitäts- oder Orthopädiefachgeschäft wenden oder Rollstuhlangebote online vergleichen. Ich empfehle, sich stets an einen kompetenten Fachhändler zu wenden – sowohl für die Beratung bei der Modellauswahl als auch für einen möglichen späteren Kundenservice. Wer in Italien von der Regelung des Gesetzes 104/92 profitieren kann, sollte zudem beachten, dass orthopädische und medizinische Hilfsmittel mit dem ermäßigten Mehrwertsteuersatz von 4 % erworben werden können. Das Verfahren ist unkompliziert: Man benötigt lediglich eine Kopie des Bescheids der zuständigen ASL mit Bezug auf das Gesetz 104/92 sowie einen Ausweis des Leistungsberechtigten. Den Rest erledigt der Fachhändler.
Rollstuhl über die ASL beantragen
Im Folgenden erkläre ich kurz und verständlich, wie man in Italien kostenlos einen Rollstuhl über die zuständige ASL und damit über den staatlichen Gesundheitsdienst erhalten kann. Dies ist in der Regel nur möglich, wenn eine anerkannte Behinderung oder eine schwerwiegende Erkrankung vorliegt. Die Einstufung des Behinderungsgrades erfolgt durch das INPS (italienische Rentenversicherung).
Um einen Rollstuhl im Rahmen der ASL-Versorgung zu erhalten, wendet man sich zunächst an den Hausarzt oder den behandelnden Facharzt (z. B. einen Orthopäden oder Neurologen). Der Arzt verschreibt das benötigte Modell auf dem entsprechenden Rezeptformular unter Verwendung des Codes aus dem nationalen Hilfsmittelverzeichnis (Nomenclatore Tariffario Nazionale). Alle über die ASL bezuschussten Hilfsmittel sind mit sogenannten ISO-Codes gekennzeichnet, die sowohl die Hilfsmittel selbst als auch das zugehörige Zubehör umfassen.
Mit dem Rezept kann man sich anschließend an ein mit der ASL vertraglich gebundenes Sanitätsfachgeschäft wenden. Dank dieser Vereinbarung kann der Händler das Hilfsmittel kostenlos bereitstellen.
Der Fachhändler überträgt die Rezeptdaten in einen Kostenvoranschlag, der der ASL vorgelegt wird. Die ASL prüft den tatsächlichen Bedarf des Patienten, genehmigt den Kostenvoranschlag und erteilt dem Händler die Freigabe zur Lieferung des Rollstuhls.
Leider sind die Bearbeitungszeiten je nach ASL und Standort sehr unterschiedlich. In stark frequentierten Behörden – wie beispielsweise in Rom – kann es 15 bis 30 Tage dauern, bis der Antrag abgeschlossen ist. Wer in dieser Zeit auf einen Rollstuhl angewiesen ist, kann ihn überbrückend mieten – VemRent bietet hierfür einen flexiblen Verleihservice in Rom an.




